Besser entspannt als essgestörte Kinder, oder?

Ich möchte dir Einblick in mein Privatleben geben.
Einblick in ein Thema, worüber sich viele den Kopf zerbrechen und viele Meinungen existieren.

Vor über 5 Jahren wurde mein Sohn Jonathan geboren. 

Ich war damals am Höhepunkt meines Fitness-Lifestyles: Ich hatte einen athletisch durchtrainierten Körper, betrieb tägliches Hochfrequenztraining nach Zippel, hatte einen Körperfettanteil von ca. 5% und führte Buch über all meine sportlichen Aktivitäten und über die Kalorien der zugeführten Lebensmittel. Damals nutze ich die App ShapeUp (heute bekannt als Lifesum) und wirkte dort sogar bei der Übersetzung mit.
Alles drehte sich damals um Sport, Ernährung und einen gesunden Fitness-Lifestyle.

Emanuel, Gründer von Sportbionier, im Sommer 2012

Aber was hat das nun mit meinem Sohn zu tun?

Ok … eins nach dem anderen:
Vor 5 Jahren war ich ein passionierter Sport-Freak und ging meinem Fitness-Lifestyle mit großer Leidenschaft nach. Trainingpläne, Ernährungsstrategien, Bio-Hacking und die Optimierung der Regeneration wurden zu meinen zentralen Lebensinhalten.
Eines Tages kam meine Lebensgefährtin Jacqueline von ihrer Arbeit nach Hause (sie war Lehrerin) und erzählte mir von einer Schülerin, die streng auf ihr Essen achtet, weil sie sich Sorgen macht, dass sie dick wird. Diese Schülerin war gerade mal 8 Jahre alt! Eindeutig ging hervor, dass diese Angst von ihrer Mutter kam.

Jacqueline und ich waren empört darüber, dass Kinder schon so früh mit Diäten in Berührung kommen. Werden damit nicht Essstörungen zunehmen, fragten wir uns? Und ist es nicht schädlich, wenn man Kinder in eine Stresssituaiton versetzt, indem man das Körperbild zum Thema macht?

Das Thema wühlte uns vor allem deswegen so auf, weil wir selbst ein Kind erwarteten. Jacqueline war schwanger. Und wie das so ist, wenn man Vater und Mutter wird, macht man sich natürlich Gedanken darüber, in welcher Umgebung das Kind aufwächst. Soll es in einer Familie aufwachsen, wo alle ständig auf die Kalorien achten? Oder soll der Spaß und der Genuss im Vordergrund stehen? Ich fragte mich, wie ich ein gutes Vorbild für meinen Sohn sein kann.

Nach dem Buch „Lizenz zum Essen“ war klar, dass Essenauffälligkeiten bei Kindern zunehmen, das Gewicht vor allem von den Genen abhängt, dass Diäten ohnehin nicht funktionieren, und dass leicht Übergewichtige generell gesünder sind, als Normal- oder Untergewichtige.
Dieses Buch war Auslöser dafür, warum wir alle notorischen Regeln zum Essen für die nächsten Jahre über Board warfen.

Die darauffolgenden Jahre vergingen, wir bekamen noch 2x Nachwuchs, eine Tochter und einen weiteren Sohn, zogen mehrmals um und schufen eine gute Umgebung für unsere Kinder, in der sie die Welt entdecken können. Wir ließen uns von Renz-Polster, Gerald Hüther und André Stern inspirieren und sind begeisterte Anhänger des Freilernens geworden.

Jedes Kind hat bestimmte Vorlieben für spezielle Gerichte. Jonathan startet seinen Tag am liebsten mit einem Honigbrot. Heidemarie kann mit Süßigkeiten nichts anfangen und ernährt sich lieber eiweißreich und Low-Carb.

Jacqueline hat nun nach 3 Kindern deutlich mehr Gewicht als vor 5 Jahren. Auch ich habe deutlich an Gewicht zugelegt und wiege knapp unter 100 Kilo. Natürlich habe ich auch meine Gründe dafür: Ich mache weniger Sport als früher, ich sitze mehr, ich schlafe schlechter … und als Familienvater sinkt auch der Tesosteronspiegel, was auch zu einer Gewichtszunahme führt.

Aber was macht das schon? Das Gewicht, das Körperfett, sind doch nicht wichtig im Leben. Viel wichtiger sind beispielsweise ein achtsamer Umgang miteinander, gelingende Beziehungen, Dankbarkeit und Lebensfreude.

Wie sich dann später jedoch herausstellen sollte, irrte ich mich. Die Entwicklung des Gewichts zu ignorieren ist kein erstrebenswerter Weg.

Die Fortsetzung findest du hier: 95% aller Diäten scheitern? Nein!

Wenn dich diese Themen rund um Diäten, Sport und Lebensphilosophie interessieren, dann diskutiere sie mit uns im Community Forum: https://community.sportbionier.com

Bis bald und liebe Grüße
Emanuel Ch. Ziegler
(Gründer von SPORTBIONIER.COM)

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